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zu psychischen Erkrankungen
Krankheitsbilder

Krankheitsbilder

Im Rahmen der Eingliederungshilfe nach SGB XII bieten wir Standardleistungen und individuelle Hilfen im Sinne der Rehabilitation von Menschen an. Nachstehend haben wir einen kurzen Überblick über psychische Krankheitsbilder aufgeführt.

Angst

Unter Angststörungen oder Panikstörungen versteht man Angstzustände, die durch seelische und körperliche Beschwerden wie bei einer normalen Angstreaktion gekennzeichnet sind, aber ohne entsprechende Bedrohung auftreten. Veraltet werden Angststörungen auch als Angstneurosen bezeichnet.

Grundsätzlich kann Angst als ein Gefühl von Bedrohung beschrieben werden. In diesem Rahmen hat Angst durchaus eine nützliche Funktion, da sie ein Alarmsignal ist, das Aktivitäten zur Beseitigung einer Gefahr auslösen kann. Nach Beseitigung dieser Bedrohung sollte aber auch die Angst verschwinden.

Bei der krankhaften Angst (Angststörung, Panikstörung) sind die natürlichen körperlichen und geistigen Abwehrfunktionen jedoch wie gelähmt. Angst wird dann als Krankheit angesehen, wenn sie scheinbar grundlos auftritt oder übermäßig oder gar nicht ausgeprägt ist.

Unter der Bezeichnung Angststörung oder Panikstörung werden folgende unterschiedliche Formen krankhafter Angst zusammengefasst: Generalisierte Angst, die den Betroffenen ohne äußeren Anlass überfällt; Phobische Angst, die sich als eine zwanghafte Befürchtung zeigt, welche sich angesichts bestimmter Situationen und Objekte aufdrängt, obwohl die Person weiß, dass diese Angst unbegründet ist Panik, die ohne sichtbaren Anlass entstehende intensive Angst bezeichnet und meist attackenartig auftritt.

Borderline

Die Borderline-Störung, auch als Borderline-Syndrom bezeichnet, zählt zu den Persönlichkeitsstörungen. Diese Diagnose wird gestellt, wenn sich bei einer Person anhaltende und weitgehend gleichbleibende Verhaltensmuster zeigen, die durch starre unangemessene Reaktionen in unterschiedlichen persönlichen und sozialen Lebenslagen gekennzeichnet sind. Problematisch bei der Diagnose einer Persönlichkeitsstörung ist, dass nicht einzelne Verhaltensweisen als "Störung" bezeichnet werden, wie bei anderen psychischen Erkrankungen (z.B. Angststörungen), sondern eine Beurteilung der Person an sich erfolgt. Auch sind die Grenzen von persönlichen "Macken", beziehungsweise hervorstechenden Persönlichkeitseigenschaften, zu einer gestörten Persönlichkeit oft schwer zu ziehen. Deshalb sollte die Diagnose „Borderline-Störung“ nur gestellt werden, wenn die sozialen Beziehungen des Betroffenen so stark beeinträchtigt werden, dass seine berufliche und private Leistungsfähigkeit deutlich herabgesetzt ist. Meist entsteht für Personen, die unter einer Persönlichkeitsstörung leiden, erhebliches persönliches Leid.

Die Borderline-Störung zeichnet sich durch ein fortlaufendes Muster von Instabilität in sozialen Beziehungen, im Selbstbild und der Stimmung aus. Der Borderline-Begriff entstand aus der Annahme, dass sich diese Störung im Grenzbereich (Borderline) zwischen Neurose und Psychose bewegt, da die Betroffenen neben einer gestörten Charakterstruktur auch vereinzelt psychotische Symptome, wie beispielsweise Verfolgungsideen, zeigen. In der letzten Zeit ist in Presse und Fernsehen vermehrt über Borderline-Störungen berichtet worden, vermutlich angeregt durch die gesteigerte Aufmerksamkeit, die der Themenbereich des körperlichen und sexuellen Missbrauchs vor allem bei Kindern erhalten hat: Diese extrem belastenden Lebenserfahrungen spielen bei der Entstehung von Borderline-Störungen häufig eine Rolle.

Demenz

Der Begriff Demenz steht für eine umfassende Gruppe ungleichartiger Erkrankungen, bei denen das Gedächtnis und die Denkfähigkeit abnehmen.

Bei einer Demenz sind mehrere geistige und intellektuelle Bereiche betroffen, wie die Orientierung oder die Lern- und Urteilsfähigkeit, wodurch die betroffenen Menschen in ihren alltäglichen Aktivitäten erheblich beeinträchtigt werden: Sowohl ihr Sozialverhalten als auch ihre Motivation und ihre Persönlichkeit verändern sich.

Die Ursachen für eine Demenz sind sehr vielfältig. Je nachdem, wie ausgeprägt die Demenz ist, werden generell leichte, mittelgradig schwere und schwere Formen unterschieden. Die meisten Demenzformen sind nicht heilbar, können aber im Frühstadium positiv beeinflusst werden. Es gibt auch sehr seltene Fälle von Demenzen, die sich zurückbilden. Die häufigste Form von Demenz ist die Alzheimer-Krankheit. Eine Ganzheitstherapie aus Medikamenten, die den Verlauf der Demenz verzögern, sowie aus Gedächtnistraining, Verhaltens- und Soziotherapie erhält die Lebensqualität sowohl der Betroffenen als auch der Menschen, die sie betreuen.

Depression

Eine Depression gehört zu den psychischen Krankheiten, genauer zu den affektiven Störungen. Affektive Störungen bezeichnen Erkrankungen, in denen es häufig zu Schwankungen von Stimmung und Antrieb kommt.

Gefühle von Traurigkeit und Niedergeschlagenheit kennt jeder Mensch. Insbesondere nach belastenden Ereignissen, wie einer Trennung vom Partner oder dem Tod eines geliebten Menschen, erlebt fast jeder eine Phase, in der seine Stimmung gedrückt ist. Jedoch ist es den meisten Menschen auch während dieser Zeit möglich, zumindest kurzfristig ihren Kummer zu vergessen, wenn sie zum Beispiel im Gespräch mit anderen von ihren traurigen Gedanken abgelenkt werden. Auch wird bei normaler Traurigkeit dieses Gefühl mit der Zeit zurückgehen; bleibt es jedoch über lange Zeit bestehen, kann sich der Zustand zu einer Depression vertiefen.

Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung Depressionen entsprächen einer tiefen Traurigkeit, berichten viele Betroffene weniger von einem Gefühl der Niedergeschlagenheit, sondern eher von einem als quälend erlebten Zustand von emotionaler Leere. Auch sind Depressive durch ihre Erkrankung meist in ihrer gesamten Lebensführung beeinträchtigt: Es gelingt ihnen nur schwer, alltägliche Aufgaben zu bewältigen, sie leiden unter starken Selbstzweifeln und haben das Interesse auch an den Dingen verloren, die ihnen früher wichtig waren. Auch Ablenkung und der Zuspruch anderer verschaffen depressiven Menschen keine Erleichterung.

Erschöpfung

Das chronische Müdigkeitssyndrom wurde bisher wenig erforscht. Manchen Teilen der medizinischen Fachwelt ist die Erkrankung nicht einmal bekannt und sie wird auch nicht überall als Diagnose anerkannt.

Das chronische Müdigkeitssyndrom zeichnet sich durch einen chronischen Erschöpfungszustand mit begleitendem Krankheitsgefühl aus, der länger als sechs Monate andauert. Bis jetzt gibt es noch keine eindeutige wissenschaftliche Definition für die Erkrankung, die sehr unterschiedliche Symptome zeigen kann.

Häufig wird das chronische Müdigkeitssyndrom synonym mit dem Begriff Burnout-Syndrom verwendet. Vom chronische Müdigkeitssyndrom ist allerdings häufiger die Rede, wenn die vorhandenen Beschwerden auf vermutete körperliche Ursachen (z.B. chronische Infekte) zurückgeführt werden, während vom Burnout-Syndrom eher im Zusammenhang mit psychischen Entstehungsbedingungen (z.B. Arbeitsüberlastung, negative Selbsteinschätzung) gesprochen wird. Ein anderes mögliches Unterscheidungsmerkmal ist, dass die chronische Müdigkeit als Hauptmerkmal des chronischen Müdigkeitssyndroms im Rahmen des Burnout-Syndroms nur ein Symptom von vielen ist.

Neurosen

Eine Neurose ist eine psychische Störung ohne erkennbare körperliche Ursachen, die sich durch übertriebene Ängste äußert. In den aktuellen Diagnosesystemen wird der Begriff Neurose als Sammelbegriff für solche psychischen Störungen jedoch nicht mehr angewendet.

Die psychisch bedingte Neurose galt als Gegenstück zur Psychose, bei der körperliche Ursachen vermutet wurden. Heutzutage werden die verschiedenen psychischen Störungen, die früher unter der Bezeichnung Neurose zusammengefasst wurden, in unterschiedliche Gruppen aufgeteilt – zum einen, um den verschiedenen Krankheitsbildern besser gerecht zu werden, zum anderen, weil die damit verbundenen theoretischen Annahmen (beispielsweise zu den Ursachen) nicht halten ließen.

Persönlichkeitsstörung

Als Dissoziative Identitätsstörung (DIS) oder Multiple Persönlichkeitsstörung (MPS) wird das Vorhandensein von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen bezeichnet, die wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Betroffenen übernehmen. Dabei handelt es sich um eine der umstrittensten psychiatrischen Diagnosen. Das wohl bekannteste Beispiel für die Dissoziative Identitätsstörung ist die Verwandlung der fiktiven Figur Dr. Jekyll in Mr. Hyde.

Der Begriff dissoziieren bedeutet trennen oder auflösen. Dissoziation bezeichnet den Prozess, in dem Teile des Erlebten von anderen inhaltlich getrennt werden, wenn das Erlebte ein Übermaß an Angst, Schmerz oder Trauer verursacht. Als Auslöser der Dissoziativen Identitätsstörung wird wiederholter Missbrauch in der Kindheit angenommen.

Oft werden umgangssprachlich Dissoziative Identitätsstörung und Schizophrenie fälschlicherweise gleichgesetzt: Während es bei Schizophrenen im Rahmen eines Größenwahns zu einer Identifikation mit einer anderen Person kommen kann, existieren bei der Dissoziativen Identitätsstörung zwei oder mehr Persönlichkeiten in einer Person. Auch sprechen Menschgen mit einer Dissoziativen Identitätsstörung nicht auf dieselben Medikamente an, die in der Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden

Posttraumatische Belastungsstörung

Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) oder auch post traumatic stress disorder (PTSD) ist eine verzögerte und lang anhaltende Reaktion auf mindestens ein traumatisches Erlebnis.

Das belastende Erlebnis ist in der Regel mit einer möglichen Bedrohung verbunden, so zum Beispiel im Rahmen von körperlicher Gewalt, Naturkatastrophen oder Krieg. Dabei spielt es keine Rolle, wie lang die traumatische Situation angehalten hat. Auch Personen, die nicht unmittelbar bedroht waren, die aber Augenzeuge des Geschehenen waren, können eine posttraumatische Belastungsstörung entwickeln. Die Betroffenen durchleben die traumatische Situation immer wieder, so zum Beispiel in Form von sich aufdrängenden Erinnerungen oder Albträumen.

Schizophrenie

Schizophrene Erkrankungen gehören zur Hauptgruppe der psychischen Störungen, die durch den grundlegenden Wandel des eigenen Erlebens und des Außenbezugs charakterisiert sind. Dabei wird die betroffene Person in fast allen Aspekten ihrer Persönlichkeit wie zum Beispiel Wahrnehmung, Denken, Affekt, Antrieb und Motorik beeinflusst. Eine Schizophrenie verläuft in Schüben mit episodisch auftretenden psychotischen Zuständen. Dabei nimmt die Erkrankung in den meisten Fällen einen chronischen Verlauf. In den Medien wird Schizophrenie häufig mit der Multiplen Persönlichkeitsstörung verwechselt. Bei dieser Erkrankung existieren zwei oder mehr verschiedene Persönlichkeiten innerhalb eines Individuums. Bei der Schizophrenie treten solche Phänomene jedoch nicht auf. Schizophrenie gehört in den westlichen Kulturen zu den schwerwiegendsten psychischen Erkrankungen, unter anderem deshalb, weil ihre typischen Symptome, wie zum Beispiel das Stimmenhören, als sehr absonderlich und beunruhigend angesehen werden. In anderen Kulturen jedoch können diese Symptome als Zeichen für eine besondere Begabung angesehen werden. So zeigt sich beispielsweise eine große Ähnlichkeit zwischen den Halluzinationen Schizophrener und der Trance von Schamanen, die in ihrer Kultur als besonders weise und auserwählte Menschen verehrt werden.

Verhaltensstörung

Typische Merkmale von Tics sind abrupte, unwillkürliche und ziellose Bewegungen. Eigentümliche Gewohnheiten, Zwangshandlungen und so genannte Stereotypien können auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten. Tics treten bei fünf bis fünfzehn Prozent aller Kinder auf, Jungen sind dabei drei- bis viermal häufiger betroffen als Mädchen.

Ein Tic mit einer Dauer unter zwölf Monaten wird als vorübergehender Tic bezeichnet. Ein chronischer Tic dauert länger als ein Jahr an. Eine Sonderform der Tics ist das Tourette-Sydrom: In diesem Fall treten neben den motorischen Tics auch vokale Tics wie die Echolalie (Wiederholen von Silben oder Wörtern) oder Koprolalie (Ausstoßen obszöner Worte) auf.
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